NEWSWeinexporte dramatisch eingebrochen: Australiens politischen Spiele gehen nach hinten los

Weinexporte dramatisch eingebrochen: Australiens politischen Spiele gehen nach hinten los

Chinas Anti-Dumping-Kampagne gegen Weinimporte aus Australien sind ein Beispiel dafür, wie es auch Europas Weinnationen ergehen könnte, wenn man China auf politischer Ebene die Stirn bietet. So eine Gefahr besteht durchaus, denn gerade diskutiert man beim Treffen der G7-Außenminister unter Führung der USA und Großbritannien zum Thema „Eine neue Weltordnung nach Corona“ auch die Themen „Chinas Menschenrechtsverletzungen“ sowie „ungleiche Behandlung europäischer Unternehmen im Wettbewerb in China“. Ein Blick nach Down Under zeigt offensichtlich, wie China mit empfindlichen Maßnahmen die Exporte der australischen Getränkeindustrie wegen deren „Anti-Peking-Strategie“ um 53 Prozent hat einbrechen lassen.


AUSTRALIEN (Canberra) – Der australische Handelsminister Dan Tehan forderte jetzt die australische Wirtschaft auf, sich für die Verbesserung der Beziehungen zu China einzusetzen, da die bilateralen Beziehungen den tiefsten Punkt seit Jahrzehnten erreicht haben. „Australische Unternehmen tragen die Hauptlast der sich verschlechternden Beziehungen. Aber da China ein Motor des globalen Wachstums bleibt, wird Australiens Ansatz, seinen Handel zu diversifizieren, nicht erfolgreich sein, wenn es seine Beziehungen zu China nicht verbessert“, sagt Tehan.

Basis der Anti-Dumping-Kampagne und die Auswirkungen

Wie schon in meinem Beitrag mit dem Titel „China verhängt Strafzölle auf australischen Wein“ erläutert, haben die Chinesen nach über einem halben Jahr der Recherche eruiert, dass die australische Weinindustrie ihre Produkte in China zu Dumpingpreisen anbietet. Nach Analyse des Ministeriums wurde festgestellt, dass australische Weine mit einem durchschnittlichen Subventionswert von 6,4 Prozent verkauft worden seien, was zu einem erheblichen Schaden für Chinas Weinindustrie geführt habe. Daraufhin beschloss Chinas Handelsministerium, ab dem 28. März für die nächsten fünf Jahre Zölle von 116,2 bis 218,4 Prozent auf importierte australische Weine zu erheben.

Jetzt, rund sechs Wochen nach Inkrafttreten der Strafzölle, zeigen die Daten des australischen Statistikamtes einen Rückgang der Getränkeexporte nach China um dramatische 53 Prozent. Laut Wine Australia erreichten die australischen Weinexporte auf das chinesische Festland im noch Corona freien Jahr 2019 einen Wert von 1,28 Milliarden AUD (rund 824 Millionen Euro), was 44 Prozent der gesamten Weinexporte des Landes ausmacht.

Analysten sagen, dass der Marktanteil der australischen Weine auf dem chinesischen Festland bei Beibehaltung der Strafzölle noch weiter sinken könnte. Außerdem haben einige chinesische Weinagenturen in den letzten Monaten freiwillig den Import von Wein aus Australien eingestellt und sich alternativen Quellen wie Italien zugewandt. Parallel zum Einbruch der Getränkeexporte haben die schon seit letztem Jahr sich verschlechternden chinesisch-australischen Beziehungen auch zu einem Rückgang von über 60 Prozent der chinesischen Investitionen geführt. In 2020 sanken die Investitionen auf eine Milliarde AUD (rund 643 Millionen Euro).

Weinindustrie Australien
Über Jahre hat Australiens Weinindustrie den Weinmarkt in China aufgebaut und riskiert nun einen kompletten Einbruch. (Foto: Wine Australia)

Australiens Anschuldigungen – Chinas Ärger

Australien folgte den Vereinigten Staaten blind, als es China ins Visier nahm. Tatsächlich begann die Regierung in Canberra im Februar 2020 seine Politik gegenüber Peking zu ändern. Es war die Reaktion auf den Aufruf der damaligen Donald Trump-Administration, sich im Zuge der neuartigen Coronavirus-Pandemie gegen China zu vereinen. Australiens Regierung mit Sitz in Canberra forderte sogar eine internationale Untersuchung der Ursprünge des Virus, angeblich um China für die Pandemie verantwortlich zu machen. In der Tat steht seither Australien an der Spitze des Anti-China-Lagers, dem sich die Länder Kanada und Schweden angeschlossen haben.

Als China eine Gegenmaßnahme ergriff, beschuldigte Australien es der Feindseligkeit und des Missbrauchs seiner „Handelsvorteile“ und bezeichnete China als „rachsüchtigen“ und „unzuverlässigen“ Handelspartner. Einige australische Politiker und Experten forderten sogar, dass das Land seine Wirtschaft von der Chinas abkoppelt.

Das hat die Chinesen natürlich wütend gemacht, obwohl sie wissen, dass die Reibereien zwischen China und den USA und die steigende antichinesische Stimmung in Australien als Katalysator für die Verschärfung der chinesisch-australischen Streitigkeiten wirken. Einige chinesische Netizens haben sogar zu einem Boykott australischer Produkte aufgerufen.

Wie China das Thema bewertet

Essenz der Statements aus Chinas Medien: Australien habe das Thema politisiert und versucht, sich als Opfer von „Chinas Mobbing“ darzustellen. Es hat auch Handelsstreitigkeiten mit Ideologie vermischt, um die Gründung einer interparlamentarischen Allianz gegen China zu fordern und es der Menschenrechtsverletzungen zu beschuldigen. Und indem es die Theorie der „chinesischen Bedrohung“ hochspielt, versucht Australien, eine größere Rolle in der Weltpolitik zu spielen.

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