NEWSLandesweingut Kloster Pforta: Geschäftsführer Remkes ist „Hansi Flick der Weinszene“

Landesweingut Kloster Pforta: Geschäftsführer Remkes ist „Hansi Flick der Weinszene“

Die Stelle des Geschäftsführers beim Landesweingut Kloster Pforta ist erneut vakant. Bastian Remkes ist nur noch bis Juni verantwortlich. Das Gut in Bad Kösen mit rund 50 Hektar Rebfläche im Anbaugebiet Saale-Unstrut ist eines der größten dieser Region. Es wurde nach der Wende vom Land Sachsen-Anhalt übernommen. Mönche hatten das Gut im 12. Jahrhundert gegründet.


DEUTSCHLAND (Bad Kösen) – Eigentlich hatte Bastian Remkes, seit gut einem Jahr Geschäftsführer des Landesweingutes Kloster Pforta in Sachsen-Anhalt, noch einen Vertrag bis 2025. Aber jetzt avancierte er zum Hansi Flick der Weinszene. Wie der Erfolgstrainer des FC Bayern München, der sich nicht mehr wohl fühlte in seinem Job, bat er die Landgesellschaft Sachsen-Anhalt um Aufhebung seines Vertrags. Der Vergleich mit Flick ist nicht weit hergeholt. Remkes, zuvor als Chef der Bottwartaler Winzer in Württemberg an ein schwieriges Umfeld gewöhnt, registrierte schon bald, dass es bei der Behörde – laut Homepage Impulsgeber des Marktes und Flächenmanager des Landes Sachsen-Anhalt – nicht nur unterschiedliche Auffassungen und Sichtweisen zur strategischen Ausrichtung des Unternehmens gab, sondern er auch noch bei seiner Arbeit durch einen Paragraphenwust behindert und häufig gegängelt wurde.

Remkes wird nach aktuellem Stand noch bis Ende Juni Geschäftsführer sein. Für neue Angebote, „egal wo auch immer“, ist er bereits offen. Er ist nicht der erste Chef des Weingutes in Bad Kösen, der sich vorzeitig verabschiedete. Seit der Betrieb 1990 vom Volkseigenen Weingut zum Staatsbetrieb umgewandelt wurde, gab es einen Wechsel nach dem anderen. Vor Remkes verabschiedete sich Björn Probst, vorher bei der fränkischen Domäne Castell Betriebsleiter. So lang wie der gebürtige Rheingauer Christian Kloss, der bis 2014 acht Jahre lang das Staatsgut leitete, hielt es niemand hier aus. Auch Kloss hatte letztlich die Nase voll von politischer Einflussnahme und den regelmäßigen Verkaufsgerüchten.

Landesweingut Kloster Pforta
Eingebettet in die schöne Natur des Saale-Tales ist Kloster Pforta seit fast 900 Jahren Teil der Weingesichte des Anbaugebietes Saale-Unstrut.

Zuletzt wurde noch eine Betriebsverlagerung auf das Gelände der ehemaligen Gärtnerei des Kloster Pforta vor den Toren von Naumburg angestrebt. Nachdem sich – etwas peinlich für die Verantwortlichen von der Staatsseite – herausstellte, dass der Baugrund nicht den Anforderungen genügte und damit die Finanzierung gescheitert war, sind am alten Standort Verlagerungen geplant. Auch eine Flächenerweiterung ist angedacht. Es gibt also genügend Aufgaben für einen neuen Geschäftsführer – wenn man überhaupt jemand findet, der in diesem schwierigen Umfeld Akzente setzen kann. Vielleicht sollte man sich bei der Landgesellschaft informieren, wie Schloss Wackerbarth in Sachsen, schon etliche Jahre ein Musterbetrieb unter den deutschen Staatsgütern, im Detail funktioniert …


Der Kommentar: Kloster Pforta – Quo Vadis?

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