NEWSEinbrecher klauen 500 Wein-Pretiosen aus dem „Kronenschlösschen“ im Rheingau

Einbrecher klauen 500 Wein-Pretiosen aus dem „Kronenschlösschen“ im Rheingau

Rund 500 wertvolle Weinflaschen mit teilweise legendärem Inhalt wurden aus dem namhaften Kronenschlösschen in Hattenheim (Rheingau) „entführt“.

DEUTSCHLAND (Hattenheim) – Das war eine besondere Art von Lockdown-Schaden! Und eine böse Überraschung für das renommierte Hotel-Restaurant „Kronenschlösschen“ im Rheingauer Weinort Hattenheim. Nächtliche Diebe knackten am Mittwochabend oder am Donnerstag frühmorgens (13./14. Januar) eine stabile Panzertür und ließen rund 500 wertvolle Flaschen (von insgesamt 70 000) mitgehen. Der Wert lag um einiges über den 10 000 Euro, die von BILD gefaselt wurden.

Es wurden auch einige Flaschen des Kultweines Romanée Conti eingepackt, die pro Buddel bereits einen Sammlerwert von über 10 000 Euro haben. Auf der Weinkarte des Hauses stehen die Jahrgänge 2004 (16 500), 2006 (18 500) und 2007 (18 000). Weitere Namen wie die Bordelaiser Petrus, Latour, Lafite, Mouton-Rothschild, Harlan Estate (Kalifornien), Massetto (Toscana), Champagne Krug, überwiegend im vierstelligen Preis-Bereich angesiedelt, wurden ebenfalls von den ungebetenen Besuchern eingepackt. Der Schaden wurde vorsichtig auf 300 000 Euro Einkaufswert geschätzt. Die Einbrecher nutzten es, dass wegen der Corona-Regeln kein Personal im Haus war.

Wine.Life.Magazin – Einbrecher klauen 500 Wein-Pretiosen aus dem „Kronenschlösschen“ im Rheingau
Brachialer Einbruch in einen wegen Corona geschlossenen Betrieb. (Foto: Hotel & Restaurant Kronenschösschen)

Warnung an Kollegen und Handel

Hotel-Chefin Johanna Bächstädt ging gleich an die Öffentlichkeit, schilderte den dreisten Einbruch und wandte sich an Weinhändler und Kollegen: „Alle sollten gewarnt und ggf. aufmerksam bei Angeboten der genannten Weingüter sein.“ Sie vermutet, dass die Diebe genau wussten, was sie mitnehmen, zum Teil sogar jahrgangsspezifisch. Allerdings müssen es nicht unbedingt fachkompetente Gauner gewesen sein. Denn die Weinliste mit all ihren Preisen und damit der Wertigkeit ist kein Geheimnis. Hier könnte sich ein eventueller Auftraggeber seine „Lieblinge“ herausgesucht und gelistet haben. Die professionellen Einbrecher mussten dann nur mehr die Flaschen im wohlgeordneten Keller finden und einpacken.

Diebstahlreihe setzt sich fort

Durchaus denkbar, dass das auf diesem Feld versicherte Kronenschlösschen, dessen Weinkarte schon einige Auszeichnungen bekam, den gleichen Gaunern zum Opfer fiel, die in letzter Zeit andere Keller geplündert hatten, darunter das Sterne-Restaurant Schwarzer Adler (Hausherr DFB-Präsident Fritz Keller), das Schweizer Gourmet-Restaurant L’Ermitage am Genfersee und ein nobles Haus in Kopenhagen. Eine international tätige Bande, die eine neue Zielgruppe für sich entdeckt hat, ist nicht gänzlich auszuschließen.

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