NEWS2700 Jahre alte „Weinfabrik“ im Nordirak entdeckt

2700 Jahre alte „Weinfabrik“ im Nordirak entdeckt

Immer wieder werden bei Ausgrabungen im Nahen Osten neben Exponaten früherer Kulturen auch Funde dokumentiert, die von deren Nahrung, Wohllust oder auch Medizin zeugen. So ist belegt, dass die Tradition vom Weinbau und der Genuss von weinähnlichen Getränken in dieser Region schon längst vor dem Römischen Reich zum Leben dortiger Völker gehörte – aktuell belegt dies die Ausgrabung einer mehrere tausend Jahre alten „Weinfabrik“.


IRAK (Dohik) – Archäologen haben jüngst im Nordirak die Überreste einer rund 2700 Jahre alten „Weinfabrik von industriellem Ausmaß“ gefunden. Der italienische Ausgrabungsleiter Daniele Morandi Bonacossi sagte gegenüber der Presse: „Wir haben vierzehn Anlagen gefunden, mit denen die Trauben gepresst und der Saft gewonnen wurde, der dann zu Wein verarbeitet wurde“. Ihm zufolge handelte es sich um die erste Entdeckung dieser Art im Irak.

Die Stätte liegt demnach nahe der altertümlichen Hauptstadt des assyrischen Königs Sargon II. (721-705 vor Christus) in der Nähe der heutigen Großstadt Mossul im Norden des Landes. Das Team aus italienischen Archäologen und Kollegen der Altertumsbehörde in Dohuk in den autonomen Kurdengebieten im Norden des Irak fand zudem in einem früheren Bewässerungsgraben altertümliche Reliefs.

Gerade auf dem Gebiet des heutigen Iraks entstanden während des Altertums zahlreiche Hochkulturen wie Sumer, Akkad, Babylon und Assyrien. Sie hinterließen unter anderem ihre Schrift sowie die ersten großen Städte. Allerdings werden die archäologischen Stätten wegen des seit Jahrzehnten andauernden politischen Chaos häufig geplündert und die Beute an internationale Sammler verkauft.

3700 Jahre alter Weinkeller entdeckt

Noch älter datiert ist ein Fund des Teams um Assaf Yasur-Landau von der israelischen University of Haifa, das in 2013 einen über 3700 Jahre alten Weinkeller entdeckte. Fündig wurden die Archäologen damals in den Ruinen eines alten kanaanitischen Palastes in Tel Kabri im Norden Israels. In den Überresten von Gefäßen wurden Spuren von Wein- und Syringasäure nachgewiesen – beides typische Inhaltsstoffe von Wein. Weiteren Spuren zufolge genoss die damalige Oberschicht ihren Wein gewürzt mit Minze, Honig, Zimt, Wacholderbeeren und Harz. Diese Zutaten waren bereits den alten Ägyptern zur Zeit der Pharaonen bekannt, die damit Weine für medizinische Zwecke herstellten.

Authochtone Rebsorten

Längst ist bekannt, dass in der Region, die man als „Nahen Osten“ bezeichnet, Weinanbau und Ausbau bekannt war und angewendet wurde. Schon vor tausenden Jahren wurden hier Reben kultiviert. Heute weiss man von uralten authochtonen Rebsorerten wie Botooni, Dabuki, Jandali, Shami, Bairuti, Salti Khdari, Hamdani, Baluti, Darawishi, Shami, Baladi oder Zaini, aus denen ehemals die Phönizier und später die Jesuiten Wein kelterten, dann letztlich ihre heutige Anbauheimat in Palästina und Israel gefunden haben.

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